Flüchtlingsprojekt am Gymnasium

 Flüchtlinge. Flüchtlingswelle. Flüchtlingskrise. Wörter, die wir alle im vergangen Jahr oft genug hören konnten. Es sind die Wörter, die für Schlagzeilen sorgten und es auch immer noch tun. Im Fernsehen und in den Zeitungen wird dauerhaft von gewaltigen Menschenströmen berichtet, die über die Grenzen nach Deutschland kommen. Die Menschen kommen aus den unterschiedlichsten Gründen. Die einen wollen ein besseres Leben anfangen, die anderen werden in ihrem Land aufgrund ihrer Religion diskriminiert und wieder andere wollen einfach nur ein Leben ohne Angst und Terror leben. Die Krise spaltet die Politik und die Gesellschaft. Setzt man sich für Flüchtlinge ein wird man als „links-grün versiffter Gutmensch“ beleidigt. Auf der Gegenseite schwingt man gerne die Nazi-Keule. „Bist du nicht für mich, so bist du gegen mich“, lautet das Motto im Wartezimmer der Arztpraxis, im Büro, an der Bushaltestelle. Wo man auch ist, das Thema Flüchtlinge ist allgegenwärtig. Dabei vergisst man zu schnell das Wesentliche. Den Menschen muss geholfen werden.

Der Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus ist extrem wichtig, doch wie hilft das den Flüchtlingen? Genau das haben sich auch einige unserer Schüler gefragt und riefen das Projekt „Flüchtlingshilfe“ ins Leben. Anfangs bestand die Gruppe aus knapp 15 Schülerinnen und Schülern, die sich zum Hausaufgaben machen und gemeinschaftlichen Spielen mit den Flüchtlingskindern trafen. Doch innerhalb kürzester Zeit wuchs die Gruppe auf 35 Mitglieder an, welche sich nun regelmäßig zum Spielen und Deutsch lernen mit den Kindern der Asylbewerber trafen. Das spielerische Zusammenleben ist den Schülern sehr wichtig. Dazu zählt auch die Vermittlung von Werten und Normen, die manche Kinder noch nicht kannten.

Den größten Erfolg der „Flüchtlingshilfe“ feierte die Gruppe am 3. Dezember, als sie den Preis der sächsischen Jugendstiftung erhielt, welcher mit 500€ dotiert war. Mit so einer Ehrung hatte niemand gerechnet. Die 35 Helferinnen und Helfer sind sichtlich stolz. Mit dem Geld wird über den Winter eine Turnhalle gemietet, damit es auch in der kalten Jahreszeit weitergehen kann. Den Kindern macht es großen Spaß – sie können sich austoben und lachen und alles Schlechte einmal vergessen und einfach wieder Kinder sein.

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Verfasst von Daniel Röseler am 2.2.2016

Bildquelle Titelbild: Westend61, http://www.gettyimages.de/detail/illustration/symbolical-picture-for-arrival-of-refugees-in-lizenfreie-illustration/596434685