15 Füchse – eine Praktikumsreportage

von Theresa Dressler

Crimmitschau. Montagmorgen. Mein erster Praktikumstag in der Kindertagesstätte „Kindernest“ erwartet mich. 7:30 Uhr. Schon auf dem Parkplatz herrscht frühmorgendliches Chaos, denn um diese Uhrzeit werden die meisten Kinder gebracht. In meiner Gruppe, dem „Fuchsbau“, ist es allerdings noch ruhig. Nur 5 Kinder sind zum Frühstück bereits da. Die Erzieherin Ramona begrüßt mich freundlich. Seit Januar wird der „Fuchsbau“ von ihr geleitet. Insgesamt 15 Kinder im Alter zwischen 2 und 6 sind im „Fuchsbau“ untergebracht, darunter auch 3 Migrationskinder und ein Integrativkind. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Charaktere der Kinder. So gibt es einige, die sofort neugierig auf mich zukommen und andere, die sich noch nicht trauen mit mir zu reden. Ich staune über die Selbstständigkeit der Kinder, als der Tischdienst nach dem Frühstück sogar meine Tasse abräumt. Tische abwischen hingegen ist dann wieder meine Aufgabe. Zwischen 8 Uhr und 8:30 Uhr werden die restlichen „Füchse“ im „Fuchsbau“ abgeliefert.

Als wir rausgehen, erwartet mich die erste richtige Herausforderung, denn draußen muss ich nicht nur auf die 15 Füchse aufpassen, sondern auch auf die restlichen Kinder. Das ist bei einer Kapazität von 298 Plätzen, die größtenteils auch belegt sind, gar nicht so einfach. Besonders, da die meisten Kinder sehr kontaktfreudig sind, wird man schnell abgelenkt. Der Garten vom „Kindernest“ umfasst 2 Sandkästen, eine Schaukel, eine Ritterburg und ein Klettergerüst mit Rutsche. Circa ein Drittel der Gartenfläche befindet sich im Schatten unter Bäumen, auf deren Wurzeln die Kinder gern herumklettern.

Spätestens beim Mittagsschlaf finde ich heraus, dass der Beruf des Erziehers nicht nur aus Kinderbetreuung besteht. Es müssen Portfolios gestaltet, Bilder ausgeschnitten, aufgeklebt und Texte geschrieben werden. Des Weiteren muss eine Menge Organisatorisches geklärt werden und ich darf mich oft auf Botengänge durch die gesamte Einrichtung begeben. Erzieher zu sein bedeutet also nicht nur Spaß mit Kindern, sondern auch viel Arbeit zu haben. Besonders die Planung der Sportstunden, die immer mittwochs stattfinden, ist nicht leicht. Die Kinder müssen alle gefordert und gefördert werden. Eine Übung zu finden, die niemanden unterfordert und die trotzdem alle 15 Füchse bewältigen können, erfordert manchmal lange Überlegungen. Auch ich darf die Sportstunden mitgestalten, so zum Beispiel durch den Aufbau eines kleinen Parcours oder der Förderung der Hand-Augen-Koordination der Kinder durch das Werfen und Fangen von Bällen.

Auch andere Aufgaben benötigen Kreativität, wie das Ausdenken und Spielen von kleinen Stücken für das Puppentheater. Für solche Kleinigkeiten bekommt man kein Geld, sondern viel wertvoller, das Interesse und die Zuneigung der Kinder.

Der Beruf des Erziehers ist alles in allem zwar anstrengend, aber auch abwechslungsreich und interessant. Langweilig wird es mit Sicherheit nie.