3. Abend der Naturwissenschaften

3.Abend der Naturwissenschaften

Spaß führt zum Erfolg!

Wer oder was ist eigentlich „NANO“?

Wie „stopft“ man auslaufende Kreise?

   

Im Bild: v.l. Dr. Göring, Prof. Dr. Georg Schmidt, Herr Prof. Dr. Franz von Feilitzsch

Am 02. Juni 2016 fand am Julius-Motteler-Gymnasium der 3. Informations- und Bildungsabend der Naturwissenschaften statt. Im Gegensatz zu den vorherigen Jahren konnte man, nach der Eröffnung durch Herrn Müller, einen kleinen Imbiss zu sich nehmen oder aber an den Ständen über ausgewählte Forschungsprojekte von SchülerInnen des JMG Informationen einholen. So stellten Maximilian Jugl (Jhrgst. 12) und Maximilian Kaufmann (Jhrgst. 12) ihre unterschiedlichen Ansätze eines Programmes für einen digitalen Vertretungsplan vor. Bei Markus Karl (Kl.10s) konnte man sich über seine Facharbeit „Eigenschaften von 3D-Druck-Werkstücken“ informieren. Zum Themenbereich „Kaffee, Cola und Co – Untersuchungen zum Koffeinkonsum“ sprach Eric Friedrich (Kl.10s). Cora Falke (Kl.10b) erläuterte ihre Ergebnisse zur Fragestellung „Wie bereite ich mein Pferd nach der Winterpause optimal auf die Springsaison vor?“. Maria Rosenow (Jhrgst. 12) und Lisa Möckel (Jhrgst. 12) hingegen „erleuchteten“ interessierte Teilnehmer zum Thema „Licht ins Dunkle – Das Argus-II-System“.

   

Während der Vorstellung der Schülerprojekte hatte man auch Gelegenheit, mit den Professoren ins Gespräch zu kommen. Eine kleine Umfrage ergab, dass auch Eltern nebst ihren Kindern Neugierde zeigten, um ihren Horizont zu erweitern.

Nach einem kurzen Klavierstück von Tim Zwerenz (Jhrgst. 11) begannen auch schon die Vorträge der Universitätsvertreter. Zuerst sprach Herr Prof. Dr. Franz von Feilitzsch über das Thema „Schule und Leistung nach heutigen Vorstellungen“. Nachdem er die anwesenden LehrerInnen gewarnt hatte, dass der Vortrag „etwas destruktiv“ werden könnte, erzählt er von einem befreundeten Psychologen, der ihm einmal sagte: „Wer in der Jugend nicht genug Blödsinn gemacht hat, der kommt später zu mir“. Spätestens mit dieser Aussage, hatte er die Aufmerksamkeit der gesamten anwesenden Personen im Saal erlangt. Mit viel Witz erörterte er, dass er eigentlich in seiner Schulzeit nicht wirklich viel gelernt und seine mittlere Reife nur mit Hilfe eines Klassenkameraden bestanden hatte. Sein Rat an die Schüler war: „Tun Sie, was ihnen Spaß macht, dann kommt auch etwas dabei heraus“. Bei all seinem Witz versprühte er einen Hauch von elitärer Luft. Er geleitete das Publikum in charmanter und sympathischer Art und Weise durch seinen Vortrag. Wäre er nicht als Professor gekommen, hätte er auch locker als Entertainer durchgehen können.

   

Im Bild: Herr Prof. Dr. Franz von Feilitzsch

Der zweite Vortrag wurde von Prof. Dr. Georg Schmidt gehalten. Als Direktor des Instituts für Physik und des Interdisziplinärzentrums für Materialwissenschaften sprach er zum Thema „Nanotechnologie – kleines sehen, kleines machen, kleines nutzen“. Sein Appell an die Schüler war: „Hinterfragt ALLES!“. Die LehrerInnen wies er an, die SchülerInnen machen zu lassen, auch wenn es mehr Arbeit für sie bedeutet. Nach dieser Einleitung zeigte er dem Publikum an alltäglichen Beispielen, wie zum Beispiel einem Zollstock, dem Haar oder Bakterien, was „NANO“ eigentlich ist. Mit anschaulichen Vergleichen erklärte er zum Beispiel die Nanosphärenlithographie mithilfe der Lochkamera und formulierte als Fazit: „Alles was es im Großen gibt, gibt es auch im Kleinen“. In seinem Vortrag hat er viel anspruchsvolle Physik verständlich und nachvollziehbar erklärt und das Publikum zum Staunen gebracht.

   

Im Bild: Prof. Dr. Georg Schmidt

Als letzten Vortrag hörte man Herrn Dr. Göring zum Thema Kreativität in der Mathematik. Dazu erzählte er eine Geschichte aus seiner Schulzeit, die er an einer Spezialschule für Mathematik verbrachte. Es ging um das Problem einen Kreis möglichst effektiv und rund auf dem Computerbildschirm darzustellen. Mit seinen häufig erwähnten Freunden Björn und Tristan verfolgte er verschiedene Ansätze vom Pythagoras, der eckige, langsame und auslaufende Kreise erzeugt. Über Winkelfunktionen mit Sinus und Kosinus und die dazugehörigen Additionstheoreme führte er das Publikum zu einer einfachen Lösung und den Kreis dazu, dass „er nicht mehr ausläuft“.

   

Im Bild: Dr. Göring (linkes Bild: „Kreis“, der nicht mehr ausläuft / rechtes Bild: „auslaufender Kreis“)

Seine Appelle an die Schüler: „Missverständnisse sind fruchtbarer Boden in der Mathematik“, „Es gibt immer mehrere Lösungen zu einem Problem“ und „Eine kleine innerbetriebliche Konkurrenz belebt das Geschäft“. Ein gelungener Beweis dafür, dass Mathematik doch nicht nur aus Rechnen besteht und häufig kreative Ansätze verlangt.

   

Nachdem Barbara Szilagyi (Jhrgst. 12) und Lena Pick (Jhrgst. 12) das Publikum mit zwei Musikstücken wieder aus dem Reich der Wissenschaften zurückholten, wurden die Schülerprojekte geehrt und die wissenschaftliche Arbeitsweise der SchülerInnen besonders gelobt.

   

Im Bild: v.l. Maximilian Jugl, Maximilian Kaufmann, Maria Rosenow, Lisa Möckel, Cora Falke, Markus Karl, Eric Friedrich

Mit einem abschließenden Musikstück klang der Abend langsam aus.

Abschließend lässt sich sagen, dass auch der diesjährige Abend ein voller Erfolg war und man sich schon mit Spannung auf das nächste Jahr freuen kann.