Fabelwesen- der Ursprung dieser Legenden

Ob Riese, Zwerg, Hexe, Drache, Werwolf, Vampir, Zyklop – wir alle kennen sie- die Legenden alter Zeiten wie sie auch heute noch über Erzählungen und Filme weitergegeben werden. Berichte auf der ganzen Welt erscheinen. Übernatürliche Ereignisse beunruhigen die Menschen. Sind sie real, die wütenden Geister, die feuerspeienden Drachen oder die prachtvollen Einhörner? Woher kommt der über Jahrhunderte bestehende Glaube an dies alles? Kann es sein, dass eine geheime Welt der Fabelwesen unter uns lebt, so wie es in den Fantasy-Romanen immer wieder angedeutet wird?

Ich tauche ein in die Mythen und Legenden – auf der Suche nach Antworten!

Man versetze sich in jene Entstehungszeit hinein: Die Menschen sind… ähm, waren ungebildet. Aber selbst für jene, die zur Schule gingen, war nicht alles erklärt. Sie hatten einfach nicht unseren heutigen Bildungsstand! Jedwedes unerklärliches Geheimnis musste einen Ursprung haben. Und so entwickelte man den Glauben an Götter, Geister und andere Gestalten.

Für viele dieser erfundenen Fabelwesen findet man heute rationale Erklärungen, die das Ausdenken rechtfertigen könnten. Einige Beispiele zähle ich nun für euch auf:

Riese und Zwerg: Menschen! Menschen sind misstrauisch und denken sich zu allem etwas aus. Beispielsweise kann es sein, dass Menschen aus weiter Ferne gereist sind und plötzlich in ein Dorf gekommen sind, indem alle Einwohner verhältnismäßig groß waren: Riesen! Ein Wanderer entdeckt so ein Dorf, kehrt eines Tages nach Hause zurück und berichtet davon. Und beim Weitererzählen wird die Geschichte ausgeschmückt. Von „Ein Bergdorf mit großen Menschen“ zu „Ein Land der Riesen oben im Himmel“ fehlt nicht viel. Mit Zwergen ist es das Gleiche, nur eben umgekehrt. Dann kommt so ein großgewachsener Bergdörfler herunter und sieht die kleinen Menschen und erzählt seinen Freunden davon und fertig ist „das Märchen“. Simple Übertreibung! Noch ein Denkanstoß: Für den Bergbau eignen sich besonders kleine Menschen, da sie besser durch die Schächte kommen. (So wurden ja auch Kinder früher im Bergbau (Zeit der Industrialisierung) eingesetzt). Vielleicht kommt daher der Gedanke an die Gnome, die unter der Erde nach Gold graben.

Die Hexe: Die Ernte war schlecht – Hexenwerk! Das Kind ist krank – Hexenwerk! Die Kühe sterben an unbekannten Krankheiten – Hexenwerk! Eine leichte Ausrede für Unglück. Was wir heute als die Unberechenbarkeit von Wetter oder Krankheiten bezeichnen können, war früher unbegreiflich. Besonders beim früheren christlichen Glauben. Alles Gute kam von Gott – alles Böse vom Teufel oder… naja, auch von Gott, wenn er böse auf dich war. Aber wenn man dachte: „Ich habe mich an alle Gebote gehalten, ich bin auch jeden Sonntag zur Kirche gegangen, ich habe jeden Abend gebetet…“, dann musste das Unglück ja von woanders kommen. Also: Hexe! Jedes Ritual des Bösen, jedes Unglückssymbol und all die Flüche, die einem zukamen, wurde Hexen zugeschoben. Irgendwer musste ja beschuldigt werden. Und wenn die fette Nachbarin mit der Warze auf der Nase dir komisch vorkommt, kannst du sie leicht für deine Ängste, Krankheiten oder Potenzprobleme verantwortlich machen und sie als Hexe verpfeifen. Dies war eine Legende, die vielen Unschuldigen das Leben gekostet hat. Aus reiner Dummheit.

Hexe-Brennen in der Grafschaft Regenstein, 1550 : Stock-Illustrationhttp://www.gettyimages.de/license/168497550 (12.12.2016, 13:50Uhr)

Zyklopen und Einhörner: Entschuldigt bitte, Mädels, wenn ich gerade Kindheitsträume platzen lasse, aber das mit den Einhörnern muss ich euch vermiesen (PS: zu den Meerjungfrauen komm ich noch). Es gibt keinen logischen Grund, warum ein Pferd ein Horn tragen sollte! Und dann auch noch so ein langes, spitzes, einzelnes, zerbrechliches Horn mitten auf der Stirn. An einer Stelle, die die Pferde ja selbst nicht sehen können! Ich lege hiermit Einhörner und Zyklopen zusammen unter die Kategorie: Erdacht aus Missbildungen. Ein junger Hirsch – gerade erst sein Geweih bekommen – spielt damit herum und da fällt die Hälfte ab. Depp! Denn nun kann es passieren, dass dieses letzte, verbliebene Horn sich verwächst, und zwar mittig auf die Stirn – Einhorn. Es könnte natürlich auch an Ort und Stelle bleiben und das andere Horn braucht eben noch eine Weile  bis es nachwächst – und solange bist du ein Einhorn, Bambi! Obwohl, dann ist es ja keine Missbildung mehr… ach, ich lass das jetzt so stehen! Und Zyklopen gibt es auch heute noch. Zugegeben, Menschen eher weniger. Aber weltweit passiert es jedes Jahr, dass Katzen, Ziegen, Schweine und andere Tiermütter ein „missgebildetes“… ich meine, ein armes kleines Zyklopenkind bekommen. Zugegeben, deren Lebenserwartung ist nicht besonders hoch, aber diesen Anblick vergisst man nicht! So etwas lohnt sich doch für einer Geschichte!

Horse : Stock-Illustration

http://www.gettyimages.de/license/97239505 (12.12.2016, 13:51Uhr)

Werwölfe: Moderne Legenden, oft in Gruselgeschichten und auch in Liebesromanen gebraucht (#nichtmeingenre). Bei Tag – normale Menschen. Bei Nacht, auch, außer in dieser einen verhängnisvollen Vollmondnacht, in der ihn diese innere Mordlust packt, er sich das Hemd zerreißt und zum Werwolf wird! Als grausiger Schrecken jeden Dörflers streift er nun durch Wald und Straßen, auf der Suche nach Opfern um … ja was glaubt ihr wohl, mit ihnen Teetrinken zu gehen ist es nicht. Ja, diese Bestie eignet sich für jede Schauergeschichte. Auch heute noch gibt es diese Legende. Menschen behaupten Werwölfe gesehen zu haben, andere, selbst welche zu sein. Es hat (und das ist mein Ernst) sogar mal einen Mann gegeben, zur Zeit der Kolonialisierung Amerikas, der wohl einer war. Er behauptete voller Schuldgefühle vor dem Gericht, er besäße einen Gürtel, mit dem er sich in einen Wolf verwandeln könne. Und wenn er dies täte, würde er am allerliebsten schwangere Frauen zerfleischen. Ja, auch wenn ihr es mir nicht glauben wollt, das ist eine wahre Geschichte. Das mit dem Wolf war gelogen. Psychiater können heute bestätigen, dass dies die Einbildung eines Geistesgestörten war. Aber auch heute noch behaupten Menschen sie gesehen zu haben, bestehen Hypnosetests und bestehen vor jedem Lügendetektor. Sie haben sie gesehen, grässlich große Wolfsmenschen, die aus Wäldern kommen und uns bedrohen. Die einfachste und leider einzige Erklärung, die ich bieten kann: Wenn ein Wolf, also ein stinknormaler Wolf, sich auf seine Hinterbeine stellt, sich an Bäumen, Zäunen oder Baumstämmen abstützt sieht er verdammt groß aus. Aber eigentlich sind dies scheue Tiere und zeigen sich nur selten Menschen. Noch etwas: Den Riesenwolf hat es gegeben. Der „Carnis Dirus“, übersetzt „schrecklicher Wolf“ ist zwar seit 10000 Jahren ausgestorben, aber als es ihn noch gab, betrug seine Kopf-Rumpf-Länge etwa 1,5 Meter.

Werwolf Howl : Vektorgrafik

http://www.gettyimages.de/license/181461269 (12.12.2016, 13:51Uhr)

Jetzt Vampire und Chupacabras: Blutsauger – beide. Aber zunächst der Vampir: Ein Mensch, leichenblass, spitze Ohren und natürlich hervorstehende scharfe Vorderzähne. Kommt bei Nacht, und nur bei Nacht heraus, um dich zu packen, seine beiden winzigen Zähne in deinen Hals zu rammen und das Blut aus dir herauszusaugen, denn er hat ja kein eigenes im Körper. Und außerdem kann er sich in eine Fledermaus verwandeln und hat haufenweise Schwächen, wie Lichtempfindlichkeit, Knoblauchallergie, und dann stirbt dieses Weichei auch noch, wenn man ihm nur so einen spitzen Holzpflock in die Brust schlägt! Obwohl, wer stirbt davon eigentlich nicht? Jetzt mal ernsthaft: Das klingt nach einer total uneffektiven Tötungsmaschine! Man steche zwei kleine Zähne in einen Hals und sauge von dort das komplette Blut ab? Unwahrscheinlich – auch wenn so ein Hals ganz schön bluten kann, wenn man reinsticht (bitte nicht nachmachen). Und nicht zu vergessen: Das Opfer wird auch zum Vampir. Also wenn man das Blut absaugen will UND das Opfer dann auch noch zum Vampir werden soll, darf man auch nicht mehr beißen, als diese zwei kleinen Stiche. Das doofe ist nur, er wird auch nicht sofort zum Vampir! Erst mal stirbt er. Aber wie? Der Biss allein wird nicht tödlich sein, auch Blutverlust und Schock hindern dich nicht daran, den blassen Typen an deinem Hals zu schlagen. Also muss der Vampir seine Opfer theoretisch vor dem Blutsaugen töten. Aber sicher kann ich mir mit dem Tathergang auch nicht sein, bei den vielen Romanen über Vampire blickt doch keiner mehr durch. Der Ursprung dieser Legende geht wahrscheinlich auf eine Reihe von eigenartigen Tierbissen zurück. Und ich muss doch auch den nächsten vorstellen: den Chupacabras! Dieser lustige Geselle wird meist  als die mexikanische Version des Vampirs bezeichnet. Aber auch nur, weil beide Blut saugen. Meist wird er als  Schakal beschrieben mit kurzem blaugrauem Fell, Stacheln auf dem Rücken und Mordlust auf Ziegen und Rind. Ich glaube damit habe ich genug gesagt. Diese Schreckensgestalt wurde schon auf die unterschiedlichsten Weisen beschrieben, meine Version gerade war nur die allgemeine.

Vampire fangs : Stock-Foto

http://www.gettyimages.de/license/95465826 (12.12.2016, 13:54 Uhr)

Geister: Du fühlst dich beobachtet? Dein Cousin mütterlicherseits vierten Grades ist gerade gestorben? Der Wind klingt für dich komisch und ab und zu hörst du Dinge runterfallen? Das MUSS ja wohl ein Poltergeist sein! Schnell! Streue Salz um dein Bett, denn das wird dieses Wesen, dass fliegen und durch Wände schweben kann, bestimmt abhalten! Kaufe teure Gerätschaften aus dem Internet, wie einen bemalten Staubsauger, oder eine hässliche Sonnenbrille, damit du ihn einfangen kannst! Trage immer dein Jesuskreuz bei dir, denn es wird dich vor Hexen, Vampiren und sicher auch vor Geistern beschützen! Sammle nützliche Infos zum Thema Geister, indem du auf Internetseiten oder Bücher stößt, die dir alte Fotos von verwackelten Personen oder anderen Kamerapannen zeigen. Und wenn dies alles dir doch nicht hilft, dann wird es nicht daran gelegen haben, dass du dir alles eingebildet hast, oder dass dir irgendeine Möchtegern-Doku aus dem Fernsehen was vorgegaukelt hat – nein, denn der Geist ist anscheinend noch böser als du es dir gedacht hast! Bestelle nun für viel Geld ein hochunterqualifiziertes Team aus Geisterjägern, die mit gelben Gummianzügen und dem gleichen Staubsauger, wie du ihn schon gekauft hast, durch dein Haus gehen und herumfuchteln. Sie werden ihn finden und besiegen! Denn immerhin hatten sie eine eigene Website – sowas hat nicht jeder. Herzlichen Glückwunsch, nun bist du den Geist, dein Geld und (wahrscheinlich auch schon vorher) deinen Verstand los! Toll!

Ghost Woman Standing At Sidewalk : Stock-Fotohttp://media.gettyimages.com/photos/ghost-woman-standing-at-sidewalk-picture-id515826215?s=170667a (12.12.2016, 12:54Uhr)

Außerirdische: Die gibt’s wirklich, lasst euch nichts einreden! Viele Fälschungen, aber es gibt sie in echt!

Drachen: Das Beste habe ich mir für den Schluss aufgehoben. Majestätische und doch temperamentvolle Feuerspucker. Fliegende Riesenechsen mit messerscharfen Klauen. Super! Eine  mögliche Herkunft dieser Wesen sind Knochenausgrabungen. Dinosaurier waren ähnlich cool – mit dem Unterschied, dass es sie gab. Und wenn deren Knochen nun gefunden wurden, hat man sie als selbsternannter Experte früher zusammengelegt, sodass sie eine Gestalt ergaben. So entstand womöglich als erstes in China der Glauben an diese Monster. Ursprungstheorie Nummer 2: Ähnlich wie bei den Riesen und den Zwergen käme dies auch von der Begegnung mit dem Ungewohnten. Riesenechsen gibt es auch heute. Schon mal einen Komodowaran gesehen? Ich schon, und mich gruselt es davor. Selten fressen sie, aber wenn sie es tun, dann setzen sie sich ins hohe Gras oder so, bewegen sich nicht und beißen dem Opfer innerhalb einer halben Sekunde ins Bein. Und bekomm die dann mal los! Man nennt ihn auch Komododrache. Aber zurück zum Drache als Fabelwesen: Riesenechsen kommen den Geschichten ziemlich nahe, also sehe ich dies als sehr wahrscheinlich an. Aber es gibt noch eine Variante der Entstehung:

Komodo tongue : Stock-Foto

http://www.gettyimages.de/license/512559442 (12.12.2016,13:55Uhr)

Und hier verbinde ich die Drachen mit anderen Fabelwesen in einer Ursprungsidee: Mix it up! Man hat die anscheinend schlimmsten Tiere genommen, die man kannte. Löwe und Adler wurden zum Greif! Ein Löwe mit Skorpionstachel und Flügeln wurde für die Griechen zum Mantikor! Und so auch der Drache: Löwentatzen, Vogelflügen und Schlangenmaul. Dazu das coole Feuerspucken und du hast deinen Drachen! Hier noch weitere Beispiele: Der Faun (Ziege und Mensch), der Teufel (Faun mit gezacktem Schwanz), Zentauren ( Pferd und Mensch), Minotaurus (Stier und Mensch) und, wer will kann auch Engel hinzuzählen. Menschen mit Flügeln. Auch Meerjungfrauen, diese eben mit Fischschwanz, weil die alten Piraten so etwas angeturnt hat. Diese Wesen sind aber wirklich nur ausgedacht. Für andere galt: Verwechslung, mögliche Erklärung. Diese geben eine schöne Story ab. Und: schon mal vom Wolpertinger gehört? Das ist eine Legende aus Bayern. Ein großer Hase mit Hirschgeweih und Entenflügeln auf dem Rücken. Jeder, der das Vieh zum ersten mal ausgestopft im Souvenirladen sieht, weiß, dass es ausgedacht ist. Ein Experiment eines Tierpräparator aus übrig gebliebenen Resten.

hand gezeichnete Wolpertinger : Vektorgrafik

http://www.gettyimages.de/license/481808919 (12.12.2016, 13:56Uhr)

Zusammenfassend kann man sagen, dass Fabelwesen nur ein schöner Traum sind. Man wünscht sich Außergewöhnliches, wenn der normale Alltag einen langweilt. Schnell wird etwas, was man sich nicht erklären kann zur Gruselgeschichte für die Kumpels oder zur Gutenachtgeschichte für die Kinder. Aber in einem Zeitalter von Globalisierung und Technik zeigt sich uns immer mehr, dass es keine Beweise gibt für diese Geschichten. Immer mehr Schwindel werden aufgedeckt und neue Legenden scheinen keine mehr hinzuzukommen. Und wenn es so wäre, dass in Wahrheit Zauberer und Hexen unter uns leben und uns diese Wesen vorenthalten wöllten, dann kann ich nur sagen: Gut gemacht!