Meine unmöglich mögliche Arbeit

Besser unter den Schülern bekannt ist die „Unmöglich mögliche Arbeit“ als Facharbeit, welche in der Klassenstufe 10 ansteht und vielen Stress bereitet.

Ich persönlich hatte das Glück, dass mein Thema direkt angenommen wurde, aber natürlich war das geplant, denn das Negative an dem Ganzen war: ein Thema in Physik! Trotzdem war ich sehr froh ein Thema zu haben, indem ich mich schon teilweise auskannte. Leider denkt man schnell, wenn man ein Thema hat, dass der Rest ein Kinderspiel ist –  falsch gedacht! Das Schlimmste kommt erst noch! Was für eine Tragik das doch ist. 😉

Nach Wochen, in denen man keine Motivation aufbringen kann, um einen Anfang zu machen und ständigen Ereignissen, die die ganze Situation erschweren, fängt man schließlich doch irgendwann an. In meinem Fall war der Moment um Weihnachten, wo ich dachte: „Jetzt musst du deinen Ar**h bewegen, sonst wird das nie was!“ So sind die Ferien praktisch schon gar nicht mehr existent, denn jeden Tag sitzt man, liest, schreibt und arbeitet. 3 Tage vor Abgabe konnte ich meine Arbeit vollenden, hatte jedoch die vergangenen Wochen jeden Tag Zuhause gesessen und mich mit der Facharbeit beschäftigt. Freunde, Familie und Freizeit rückten dabei weit in den Hintergrund. Nebenbei noch alles für die Schule zu erledigen musste sein, aber senkte die Laune immer weiter.

Jetzt ein wenig mehr zu meinem Thema:

„Deterministisches Chaos – Analyse von Vorgängen in Hinsicht auf ihre Entstehung und Bedeutung im Alltag“ war der genaue Wortlaut des Titels meiner Facharbeit im Fach Physik. Mein Ziel war es mehr Verständnis zu deterministischem Chaos zu schaffen und dabei auf seine Vielfältigkeit und Relevanz in der Zukunft einzugehen. Bezogen habe ich mich dabei auf ein berühmtes Zitat Albert Einsteins: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Zuerst steht die Frage im Raum, ob man alles, was geschieht, vorhersagen kann, wenn man nur weiß was am Anfang war. Wichtig dabei ist für die Wissenschaft auch, ob Menschen wirklich frei denken können, oder ob sie genauso berechenbar sind. Auch heute gibt es Verfechter der Theorie, dass Freiheit in dem Sinne nicht möglich ist, obwohl zumindest physikalisch die komplette Vorhersehbarkeit, auch Determinismus genannt, widerlegt wurde. Beim deterministischen Chaos handelt es sich um Vorgänge, die völlig zufällig erscheinen, aber genau das nicht sind, da ihnen Gesetze zugrunde liegen. Dabei können kleine Änderungen der Anfangsbedingungen kleine Änderungen im Verlauf zur Folge haben, aber es können auch völlig andere Systeme entstehen. Ein sehr bekanntes Beispiel dafür ist der „Schmetterlingseffekt“, in dem sich ein Meteorologe die Frage stellt, ob ein Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen kann. Prüfbar ist dieser Effekt für uns nicht, da es zu viele andere Faktoren auf unserer Welt gibt, aber trotzdem steht der Satz als Symbol für die Chaostheorie. Deterministisches Chaos findet sich in allen Wissenschaften wieder und ist auch im Alltag oft vertreten. Die Wettervorhersage ist der berühmteste Bereich, aber auch das Herzflimmern beim Menschen, Staubildung im Straßenverkehr und einige Arten von Glücksspielen lassen sich mit dem Thema beschreiben. Ereignisse können uns wie das pure Chaos vorkommen, sind es jedoch nicht. Dies zu erkennen und die Systeme verstehen lernen, kann Erkenntnisse bringen, welche man auf verschiedenste Prozesse im Alltag anwenden kann und welche uns in der Zukunft sehr behilflich sein können.

Dies soll die kurze Zusammenfassung meines Themas gewesen sein, obwohl ich natürlich alles viel ausführlicher ausgearbeitet habe und für Physik typisch auch Experimente mit eingebracht habe. 😉 Deterministisches Chaos kann sehr interessant sein, informiert euch wenn ihr wollt!

So wurde meine unmöglich mögliche Arbeit doch möglich und ein Erfolg, obwohl man den Stress und die Mühe, die man da rein stecken kann, nicht unterschätzen sollte.