Kommentar: Demokratiekongress in Berlin – Idee Top, Ergebnis Flop

Am 14. März war ich in Berlin zu einem Kongress des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Angekündigt wurde der Kongress mit der Frage: „Was hält Deutschland zusammen?“. Eine Überschrift, die Ergebnisse verspricht. Hinzu kam die aufwendige Einladungsphase. Diese erstreckte sich über 2 Monate in denen nach einer Voranmeldung eine Einladung und nach der Einladung eine offizielle Bestätigung erfolgte. Es wurden qualifizierte Referenten angekündigt.

In Berlin angekommen fuhr ich zum Französischen Dom. Dort hielt Manuela Schwesig (für die, die es nicht wissen: stellvertretende SPD-Parteivorsitzende und Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) gerade ihre Begrüßungsrede. Und dies vor einer riesigen Messewand, die eigens für diese Veranstaltung bedruckt worden war. Nach den begrüßenden Worten und ein paar philosophischen Fachvorträgen erfolgte die Aufteilung in die Workshops. Meiner hieß: „Welche Bildung braucht eine demokratische Gesellschaft?“. Ich versprach mir viel von diesem Forum. Dieses fand im Europasaal des Auswärtigen Amtes statt. Die 10min Fußweg verkürzte der Veranstalter durch 2 ganztägig gecharterte Mercedes Benz Busse. Nach mehreren Sicherheitskontrollen kamen wir im Europasaal an. Dort wies ein eigens für die Veranstaltung bedrucktes Roll up auf den Workshop hin. Doch der Dekadenz nicht genug. Hunderte Notizblöcke, Kugelschreiber und Flyer wurden nur für diesen einen Tag designt.

Die Workshop-Phase enttäuschte. Rein theoretische und philosophische Gespräche verschiedener Vertreter von allen möglichen Institutionen, welchen die Verpflegung mehrerer Kongresse auf die Hüften geschlagen hatte. Pause. Ich dachte es käme endlich Auflockerung. Aber nein.  2 mal 2 Zentimeter Törtchen, wovon eine wahrscheinlich den Wert eines ganzen Brotes hatte, wurden in Schaaren aufgetischt. Dies geschah an allen Orten der Workshops.

Nach den ergebnislosen Debatten fuhren die Busse zurück zum Französischen Dom. Dort endete nach einer Podiumsdiskussion die Veranstaltung mit dem Essen. Lachshäppchen, Wein, Süppchen in 0,1l Gläschen. Gourmetküche kurz gesagt.

Und zum Abschied noch eine Postkarte mit dem Emblem der Veranstaltung. Dazu der Hinweis: „Wenn man die in Erde legt wachsen aus den eingearbeiteten Samen Pflanzen“.

Ich kam gegen 0 Uhr nach Hause. Unbereichert. Verwundert über die Dekadenz und das Verbrennen von Steuergeldern. Eine noble Idee leider so sinnlos vergeudet.

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