„Hör auf, wenn es am schönsten ist“

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Nachdem bereits in den letzten zwei Jahren „KleineStadtTheater“ mit den Dramen „Macbeth“ und „Die Weber“ die Zuschauer erstaunte, war der Wunsch nach einem Stück mit mehr humorvollen Elementen groß – nicht nur beim Publikum. Das diesjährige Stück „Die Nashörner“ aber überzeugte nicht nur mit Sprachwitz und komischen Situationen, sondern mit einer tiefgründigen Message und den wunderbar intensiven Leistungen der Darsteller; auch das ernstzunehmende Motiv geriet nicht aus den Augen: die gefährliche Entwicklung anfangs kleiner Minderheiten zu einer schließlich nicht hinterfragten, vorherrschenden Bewegung.
Das absurde Theaterstück von Eugéne Ionesco entstand unter Einfluss des Algerienkriegs in den 1950er Jahren, lässt sich aber aktuell auf viele Situationen beziehen, denn intolerantes Verhalten, Rassismus und totalitäre Herrschaftsformen sind heute mehr denn je Thema. Zugegeben, das Stück mit einer wirklich schwierigen Handlung, versteckt sich oft hinter allzu komischen Situationen wie einer (eigentlich sinnlosen) Debatte über verschiedene Arten von Nashörnern. Vielleicht für den Einen oder Anderen am Anfang noch rätselhaft, entpuppte es sich anhand der zum Teil absurden Handlung, der Dialoge und der umwerfend guten Schauspieler als Metapher auf die Mechanismen, die Radikalisierung und Populismus in die Gesellschaft treiben. Das muss erst einmal verdaut werden. Und deshalb war es am Ende der Premiere am 17.03.2017 totenstill. Man konnte das Erlebte nicht richtig fassen! Daran hat auch die Dramaturgie Ihren Anteil, denn zum Schluss fiel kein Vorhang und kein verlöschendes Licht zeigte das Ende des Stückes an, aber der stetig zunehmende Applaus und das mehr als positive Feedback zeigten, dass der tiefgründige Inhalt hervorragend unter der Leitung von Kai Schweiger, Benjamin Rompel und Petra Schweiger umgesetzt worden war. Theater ist Kunst und keine wirkungslose Beschallung. Und genau das wurde mit der Inszenierung des Schauspiels „Die Nashörner“ bewiesen.  Wieder ist es einer beachtlichen Zahl von Jugendlichen gelungen, eineinhalb Stunden Spannung zu erzeugen und eine tolle Leistung von Chor, Band und Schauspielern mit Hilfe der vielen Beteiligten vor, neben und hinter der Bühne abzuliefern. Das außergewöhnliche Bühnenbild, die sorgfältig ausgewählten Kostüme, die eindrucksvollen Leistungen der Tänzer und die leidenschaftliche Spielweise der Darsteller zusammen mit den mitreißenden musikalischen Beiträgen von Chor und Band ermöglichten den Zuschauern, einen wahrhaft gelungenen Abend zu erleben. „Die Nashörner“ bereitet so dem Projekt „KleineStadtTheater“ einen würdigen Abschluss, denn leider ist nun Schluss, ausgenommen eines Gastspiels in Husum im Juni 2017.
An so einem Stück sind unzählig viele Personen beteiligt, denen man eigentlich gar nicht genug Dank und Bewunderung aussprechen kann. Wir bedanken uns herzlichst vor allem beim Team rund um Petra Schweiger, Kai Schweiger, Benjamin Rompel, Christoph Scholtz, Tobias Hula, Jana Ressel, Sophie-Charlott Hensen, Robert Nitzel, Fiete Wachholtz sowie bei allen, die mit viel Arbeit und tatkräftiger Unterstützung diese Aufführungen ermöglichten.

Wir werden uns sehr gern an diese gemeinsame Zeit erinnern!!!

 

Frau Petra Schweiger, Luise Schlegel (6a), Ellen Kellner (10a)