Wenn Biologie Englisch lernt…

Normalerweise bleibt Deutsch ja Deutsch. Viele Lieder singt man auch nicht in Sport und die Fotosynthese interessiert die Franzosen unter uns wahrscheinlich nicht, wenn man parallel im Conditionnel konjugiert. Manchmal aber gibt es Ausnahmen, das nennt man dann „Fachübergreifender Unterricht“. Ist eigentlich das Ziel aller Lehrer, denn schließlich erwartet man ja umfassende Allgemeinbildung im Abitur. Aber manchmal klappt es doch und man verbindet zwei oder sogar mehr Unterrichtsfächer miteinander. So gelang es in den letzten Wochen im Englischunterricht eines Leistungskurses der 11.Klasse Bio, Physik oder Geographie ein wenig Englisch beizubringen. Thema des Unterrichtes waren unter anderem Gentechnik oder Umweltproblematiken. Krönung des Fachbereiches sollten Vorträge mit anschaulichem Bildmaterial werden, wie diese Beiträge aussehen sollten, war völlig freigestellt. Neben fachlichen Kenntnissen wurde also auch Kreativität gefragt, wobei wir beim Fach Kunst wären. So unterschiedlich wie der Kurs aufgestellt war, fielen auch die Präsentationen aus.

Ob die Funktionsweise des Ottomotors, der Wasserkreislauf, die Verdauung oder Zellteilung – vereinfacht und kreativ vorgestellt war es keineswegs unmöglich, diese naturwissenschaftlichen Prozesse zu verstehen. Ein weiterer Aspekt dieser recht ungewöhnlichen Unterrichtsweise ist, eine neue und frische Unterrichtsart kennenzulernen, an die man sich glatt gewöhnen könnte. Beispielsweise Meiose oder Mitose über das Essen von Gummibärchen zu erlernen, ist doch eigentlich ganz akzeptabel. Von Süßigkeiten im Unterricht würden viele Schüler wahrscheinlich gerne mehr hören. Aber nicht nur die Geschmacksnerven wurden durch die Voträge angesprochen. Auch der visuelle Aspekt wurde reichlich ausgenutzt. Aufwendig gebastelte Plakate, Schuhkartons in denen es regnete, ein selbstgedrehter Film, Bienenwaben oder bunte Tafelbilder sorgten im Unterricht dafür, dass müde Augen wach wurden (auch Montagmorgen).

Während naturwissenschaftliche Themen von Schülern oft nicht mit offenen Armen empfangen werden, ist diese Art des Unterrichts eine, die man als Schüler doch eher attraktiv findet. Natürlich steckt in solchen (auch umfangreichen) Präsentationen immer recht viel Arbeit. Ein Plakat ist nun mal nicht in 20 Minuten gebastelt und auch besteht die Überwindung vor einer Klasse oder einem Kurs zu sprechen. Vor allem wenn dies noch in einer Fremdsprache geschieht. Und ein paar Vorkenntnisse konnte man aus den hinteren Ecken seines Kopfes doch noch herauskramen. Am Ende zählt schließlich auch das Ergebnis, von dem der gesamte Kurs profitierte.