Ach, die guten alten Zeiten!

Diesen Ausspruch hat jeder von euch mit Sicherheit schon mal gehört! Sei es von den Großeltern oder der Großtante, die sich zurück an ihre „jungen“ Tage erinnern und voller Freude einem von den Jugendabenteuern erzählen. Aber waren die Zeiten, in denen unsere Großeltern noch selbst Teenies waren, wirklich besser als unsere?! Dieser Frage gehen wir jetzt auf den Grund!

Zusammen mit meiner Freundin Josi bin ich zu dem Ort gegangen, der als Seniorenmagnet gilt. Richtig: Wir waren zu Besuch im Seniorenpflegeheim im Park! Dort haben wir einige Freiwillige im Alter von um die 90 Jahre befragt und wir sind zu interessanten Ergebnissen gekommen.

Die meisten gingen auf die Bergschule oder dir vielleicht besser als Käthe-Kollwitz-Oberschule bekannt. Andere besuchten die Schulen in Neukirchen oder Frankenhausen. Es gab Volksschulen mit jeweils 8 Klassen und wer genügend Geld hatte, konnte auf die Oberschule gehen. So, bis hier scheint ja nicht viel von unserem Schulleben abzuweichen, aber kommen wir erstmal zum Stundenplan. Und da springt uns gleich als erstes das Fach Sport in großer Menge ins Auge. Im Verhältnis zu damals haben wir wirklich wenig Sportunterricht, denn die sportliche Fähigkeit war zu dieser Zeit extrem wichtig. Völkerball wurde bis zum Umfallen gespielt und das ist nicht das Einzige was sich im Vergleich zu heute verändert hat.

Wenn ich an so manche Stunden in meiner Klasse denke, dann fällt mir oft ein, dass meist irgendein Junge diesen stört und dann vom Lehrer zur Ordnung gewiesen wird. Diese Störenfriede können sich wirklich sehr glücklich schätzen, dass sie nicht zur Zeit ihrer Großeltern die Schulbank gedrückt haben. Denn da blieb so manchem keine Trachtprügel erspart. Es war keine Ausnahme, dass ein Schüler vom Lehrer eine Ohrfeige bekam, das war ALLTAG!

Außerdem gab es eine sogenannte Kartoffelzeit… …da mussten die Schüler zum Bauern in der Umgebung arbeiten gehen und am Ende, wenn man wirklich brav war, konnte man ein Stück Kuchen oder Brot am Abend erwerben. EIN STÜCK BROT? Also wenn ich Brot essen will, dann gehe ich einfach in den Bäcker und hab da eine Auswahl zwischen unterschiedlichsten Brotsorten…und das noch zu einem super Preis…da brauch ich mich nicht erst beim Bauern tagelang abschuften…Tja, so ist das heute. Damals war es eine echte Kunst einfach mal so Brot zu bekommen. Jeder half jedem, um irgendwie über die Runden zu kommen.  Trotzdem empfanden unsere Befragten diese Arbeitszeit als toll, denn man hatte den ganzen Tag mit seinen Freunden auf dem Bauernhof geholfen.

Schulausflüge, etwas Wundervolles! Einfach mal raus aus der Schule entweder in ein Museum oder in den Landestag, so ist es heute. Als wir nach Schulausflügen fragten, stießen wir auf ein Schweigen im Raum. Zwei konnten sich an derartiges erinnern, der Rest konnte leider nichts dazu sagen, denn Ausflüge waren eine große Seltenheit.

Es ist jetzt mittlerweile wieder soweit: man muss auf warme Jacken und dicke Schals umsteigen. Die Schule geht, aber trotzdem ungeschoren weiter. Das war vor ein paar Jahren noch ganz anders: Der Unterricht begann eine Stunde später, wegen der Dunkelheit oder ist schnell mal aufgrund der Kälte gleich komplett ausgefallen, so die Befragten.

Nach dem letzten Klingeln ging es, nicht wie bei uns nach Hause, sondern ab zur Arbeit! Ob es beim Nachbarsbäcker war oder als Kindermädchen wie uns Frau Höselbart erzählte. Nichts da mit erstmal YouTube oder Netflix schauen! Ja, was haben sie eigentlich gemacht in der Zeit, in der wir jetzt Serien schauen oder FIFA zocken?! Da waren Tätigkeiten wie Fahrrad fahren und Eltern in deren Geschäften helfen von Begriff, was heute eher weniger der Fall ist.

Die durch uns befragten Altersheimbewohner meinten, dass sie wenig Geld hatten und nicht gut gelebt haben, aber umso glücklicher, zufriedener und gesünder waren. Außerdem mochten sie es, in die Schule zu gehen. Über die Jugend von heute hörten wir Ausdrücke wie, dass man früher mehr Respekt vor älteren Menschen hätte und dass es sich heutzutage nur noch ums Geld drehe.

Also um es auf den Punkt zu bringen:

Ich finde es war weder damals, noch ist es heute besser. Es ist verschieden und jede Seite hat ihren Vor- sowie Nachteile.

Somit sollte jeder für sich entscheiden, welche Zeit als gelungener wahrnimmt, denn jeder hat für sich eine wunderschöne Kindheit und ich wette, keiner würde sie gegen eine andere tauschen wollen.