Die Hauptperson eines Fußballspiels-Der Schiedsrichter

Jeder kennt ihn und jeder hat schon mal etwas gegen ihn gesagt. Egal ob er alles richtig macht oder nicht, bei irgendwem ist er (Entschuldigung für den Ausdruck) der Arsch. Die Rede ist von dem Schiedsrichter. Aber was steckt wirklich hinter dieser Berufung? Ja viele machen es, weil es Spaß macht, aber ist es wirklich so? Samstag Vormittag, nichts mit Ausschlafen für einsatzbereite Schiris. Ansetzung für ein Spiel  im Juniorenbereich. Was viele nicht wissen ist, dass zur Zeit ein riesen Mangel an Schiedsrichtern herrscht und meist pro Wochenende 5-10 Spiele nicht besetzt werden können. Nachdem der Schiedsrichter für mickrige 15€ + Fahrgeld das Spiel gepfiffen hat, geht es nach Hause. Abschalten?! Bundesliga schauen? Falsch gedacht, 13:00 oder 14:00 geht es für viele zum zweiten Spiel am Tag. Entweder man pfeift ein Herrenspiel, assistiert oder unterstützt, wer frei hat der pfeift bestimmt. Für den Referee gibt es in der Kreisoberliga 25€ (Assistenten 20€) und in der Kreisliga 20€ (Assistenten 18€) und das für 90 Minuten auspowern pur. Aber auch schöne Seiten hat so ein Tag. Man trifft auf andere Fußballfaszinierte oder auch Schiedsrichter die Spaß am Sport haben, bekommt kostenlos Getränke und Speisen und findet Freunde.

Endlich alles fürs Wochenende geschafft? Noch lange nicht. Läuft es gut, bekommt man ein Juniorenspiel  für  Sonntag und dann frei. Läuft es schlecht, dann hat man einen Lehrgang, welcher  von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr dauert und zur Weiterbildung und zum Testen der Schiedsrichter dient. Überprüfung, ob die schwierigsten Fälle, die vorkommen könnten, auch sitzen und wie zu reagieren ist. Lauftests und bewertete Regeltests sind Routine und gehören dazu. Aber auch interessante Sachen wie Videoschulung, Spielbeobachtung und Gruppenarbeit gehören zum Lehrgang dazu. Aber die Schiedsrichterei ist kein Hobby, sondern eine Berufung für die Person, die es wirklich will.

Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich sagen, dass dies alles eigentlich krass klingt, aber wenn man dabei ist und den Alltag kennt, dann ist es abgefahren Schiedsrichter zu sein. Man hat Spaß dabei und man ist die Hauptperson eines ganzen Spiels. Man verdient Geld, hat meistens was zu schmunzeln und bekommt manchmal hochklassige Spiele zu sehen. Auch da ich selber Spieler und Schiedsrichter bin, sehe ich die Spiele und Entscheidungen der Schiedsrichter aus einem ganz anderen Blickwinkel.

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